claim

Naturschutzfonds in Pilotprojekt des Umweltministeriums

Von links: Landrat Wolfgang Schuster (Lahn-Dill-Kreis), Landrat Joachim Arnold, Umweltministerin Priska Hinz, Kreisbeigeordneter Fritz Schäfer (Waldeck-Frankenberg) und Erster Kreisbeigeordneter Heinz Schreiber (Lahn-Dill-Kreis).

Der Wetteraukreis ist einer von drei Pilot-Landkreisen mit denen das Land Hessen einen neuen Weg bei der Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen gehen will. In der Wetterau und in den Kreisen Lahn-Dill und Waldeck-Frankenberg sollen Landschaftspflegeverbände das Land bei den Aufgaben des Schutzgebiets- und Artenmanagement unterstützen.

Im Wetteraukreis fungiert der Öffnet externen Link in neuem FensterNaturschutzfonds Wetterau e.V. bereits seit drei Jahrzehnten als Landschaftspflegeverband. Landrat Joachim Arnold unterzeichnete als Vorsitzender des Naturschutzfonds Wetterau dieser Tage zusammen mit seinen Kollegen von den Landschaftspflegeverbänden aus dem Lahn-Dill-Kreis und dem Landkreis Waldeck-Frankenberg die Vereinbarung mit Umweltministerin Priska Hinz.

Neuer Weg bei der Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen wird erprobt

Zunächst als Pilotprojekt werden die Landschaftspflegeverbände in den kommenden drei Jahren bei der Umsetzung von Maßnahmen der Natura-2000-Richtlinie, des Vertragsnaturschutzes sowie beim Management der kommunalen Ausgleichs- und Eingriffsflächen unterstützen. Als eingetragene gemeinnützige Vereine fungieren die Landschaftspflegeverbände damit zukünftig als Dienstleister für die Landkreise, bei denen die Fachverwaltungen für Landwirtschaft und Landschaftspflege angesiedelt sind. Die Aufsicht bleibt bei den jeweiligen Regierungspräsidien.

Das Land stellt für die kommenden drei Jahre für jeden Landkreis jeweils 200.000 Euro zur Verfügung. Die Arbeitsinhalte, mit denen der jeweilige Landschaftspflegeverband im Rahmen des Pilotvorhabens beauftragt wird, werden von dem jeweiligen Landkreis gemeinsam mit dem zuständigen Regierungspräsidium individuell festgelegt. Im Wetteraukreis sollen die Schwerpunkte bei der Optimierung einer extensiven Grünlandbewirtschaftung liegen.

Bisher mangelte es bei der Umsetzung vieler Aufgaben an geeigneten Strukturen. „Das ist ein Meilenstein für den Naturschutz in Hessen. Wir können jetzt vieles anpacken, was bisher nicht leistbar war“, so die Ministerin. „In den Pilot-Landkreisen sollen bis Ende 2019 die nötigen Erfahrungen im Einsatz von Landschaftspflegeverbänden gesammelt werden. Diese Pilotphase wird evaluiert, um eine gute Entscheidungsgrundlage dafür zu haben, ob eine hessenweite Einführung sinnvoll ist.“

Auch für Landrat Joachim Arnold ist die neue Aufgabe klar: „In der Wetterau arbeiten Naturschutz, Landwirtschaft und Kommunen traditionell eng und vertrauensvoll zusammen. Mit dem Pilotvorhaben möchten wir einen wichtigen Beitrag für den Erhalt der Artenvielfalt in der Wetterau leisten.“

Die Landschaftspflegeverbände werden als nicht-staatliche Einrichtungen des Naturschutzes in gemeinnütziger Trägerschaft eng mit der Verwaltung, den betroffenen Landnutzern sowie weiteren Akteuren, wie Gebietsbetreuern, Verbänden und Experten, zusammenarbeiten. Ziel ist eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz vor Ort.

Landschaftspflegeverbände sind drittelparitätisch aus Landwirtinnen und Landwirten, Naturschützerinnen und Naturschützern sowie Kommunen zusammengesetzt und auf einen fairen Interessenausgleich der verschiedenen Belange ausgerichtet.

veröffentlicht am: 02.08.2017

Wetteraukreis

Der Kreisausschuss

Landschaftspflegeverband Naturschutzfonds Wetterau e. v. Homburger Straße 17
61169 Friedberg

Ansprechpartner/in Ulla Heckert Telefon 06031 83-4308 Fax 06031 83-914308 E-Mail Ulla Heckert