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Startschuss für eine neuartige Schäferberatung

Schäferberater Markus Hofmann

In Hessen gibt es eine neue, bisher einmalige, Schäferberatung. Sie entstand in Folge des erfolgreichen Life- Projektes im Wetteraukreis und Teilen des Landkreises Gießen. Ziel der Beratung ist einerseits die finanzielle Absicherung der Schäfereien und andererseits der Erhalt der Artenvielfalt auf den Hutungen. Das Projekt wird zunächst bis Ende 2020 laufen.

Kürzlich trafen sich über 50 Fachleute, um das Projekt „Gesamtbetriebliche Biodiversitätsberatung“ zu eröffnen. Die Anwesenden setzen sich aus aktiven Schäferinnen und Schäfern, Vertretern von Behörden und Landschaftspflegeverbänden und dem künftigen Beratungsteam zusammen. Fotos und weitere Infomationen gibt es Opens internal link in current windowhier

In der Begrüßung machte Dr. Ilona Gebauer vom künftigen Beraterteam eine Rückschau über das abgeschlossene Life Projekt und einen Ausblick auf die zukünftige Beratung.

Anschließend skizzierte Ulla Heckert vom Naturschutzfonds Wetterau die Organisation des neuen, aus der Agrarförderung (HALM) finanzierten Projekts. Sie hob die Bedeutung der weiteren Beratung von Schäfereien hervor. Der Naturschutzfonds Wetterau hat die Trägerschaft für diese, in Hessen bislang einmalige, Maßnahme gerne übernommen. Ansprechpartner für Schäfer im Landkreis Gießen ist die LPV Gießen, im Wetteraukreis wie gesagt der Naturschutzfonds Wetterau. Die „eigentliche“ Schäferberatung wird der Biologe Markus Hofmann durchführen, unterstützt durch Wolfgang Wagner vom Büro „Planwerk“ und Dr. Ilona Gebauer von „Gebauer Unternehmensberatung“.

Volker Schmülling vom Hessischen Umweltministerium betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der Schäfer für die Biodiversität. Kooperationen wie das nun anlaufende Beratungsprojekt seien ein Modell für die Zukunft, gerade wenn es um Arten- und Biotopschutz gehe. Er bedankte sich beim Naturschutzfonds Wetterau für das Engagement in diesem zukunftsträchtigen Projekt und betonte, dass die Landschaftspflegeverbände wesentlich für regionale Naturschutzarbeit seien, da sie Brücken zwischen Landwirtschaft, Kommunen und Naturschutz bauen.

Markus Hofmann stellte als zukünftiger Berater für Schäfereibetriebe die geplanten Schwerpunkte für die Schäferberatung vor. Es ist geplant, zusammen mit verschiedenen Fachinstituten, eine möglichst umfassende Beratung zu organisieren, die Aspekte wie Naturschutz, Betriebswirtschaft,  und Tiergesundheit usw. abdeckt. Einzelberatung zu wichtigen Entscheidungen wie Investitionen oder Hofübergabe soll genauso angeboten werden wie größere Veranstaltungen zu den Themen Nachpflege, Agrarförderung, Marketing etc. Das Beraterteam aus Dr. Ilona Gebauer, Wolfgang Wagner und Markus Hofmann deckt viele dieser Bereiche ab, bei Bedarf wird mit anderen Institutionen, wie z.B. Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) zusammengearbeitet. Ziel dieser gesamtbetrieblichen Schäferberatung ist, die Schäfereien in wirtschaftlicher Hinsicht stabil zu erhalten und Möglichkeiten der Finanzierung aufzuzeigen. Weiterhin sollen durch die Förderung und den Ausbau der Schäfereien Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege zusammen mit den Schäfern erreicht werden. Langfristig soll diese möglichst umfassende Schäfereiberatung im Idealfall weiter bestehen.

Sodann folgten Grußworte der Kooperationspartner LLH, vertreten durch Stefan Weber, und Fachdienst Landwirtschaft Friedberg, hier berichteten Daniela Dehnert und Christian Sperling über die Agrarförderung und wünschten für das Projekt gutes Gelingen.

Schäfer Christian Krauthan sprach für die im Life Projekt entstandene Schäfer-Vordenkergruppe, er berichtete über seine Erfahrungen und stellte aktuelle Probleme der Schäfer dar. Er freue sich, dass den Schäfer weiterhin diese Plattform für kollegialen Austausch geboten wird und ermutigte seine Berufskollegen, im Projekt aktiv mitzumachen.

Es folgte eine sehr lebhafte Diskussion, in der Schäfer ihre Wünsche für das Projekt vorbrachten und viele für die Schafhalter brennende Fragen diskutiert wurden.

Zum Abschluss freute sich Dr. Olberts vom Naturschutzfonds Wetterau über die rege Diskussion und wünschte sich für das gemeinsame Projekt gute Erfolge.

veröffentlicht am: 07.09.2015

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