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Auerochsen und Wildpferde

Unsere mitteleuropäische Landschaft wäre ohne das Wirken des Menschen keineswegs so dicht bewaldet, wie oft angenommen wird. Sie wäre geprägt durch den Wechsel von Wäldern, halboffenen Flussauen und offenen Graslandschaften. Hierfür würden die vom Menschen ausgerotteten Tierarten Auerochse, Wisent, Wildpferd, Wildesel und Riesenhirsch gemeinsam mit den heute noch vorkommenden Arten Rothirsch, Elch und Reh sorgen. In Verbindung mit natürlichen Feuern oder auch den Aktivitäten von Bibern würden, gerade in Flussauen, offene Landschaften entstehen.

Viele einheimische Tier- und Pflanzenarten sind auf offene oder halboffene Landschaften angewiesen. Über Jahrhunderte hat der Mensch durch seine landwirtschaftliche Tätigkeit diesen Zustand aufrecht erhalten. Durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft fallen jedoch heute in landwirtschaftlichen Ungunstlagen weite Bereiche von Bachauen, Magerrasen und weitere wichtige Lebensräume brach und verbuschen zunehmend. So wird zum Beispiel Tierarten wie Kiebitz, Weißstorch, Wachtel und Laubfrosch die Lebensgrundlage entzogen.

Daher ist die Offenhaltung der Landschaft ein vorrangiges Ziel von Naturschutz- und Landschaftspflegemaßnahmen. Hier hat sich die Beweidung mit Rindern, Pferden, Schafen und anderen „Großen Pflanzenfressern“ in den letzten Jahren als naturgemäße und kostengünstige Methode erwiesen.

Das Projekt
Der Naturschutzfonds Wetterau setzt seit 2004 Heck-Rinder und Konik-Pferde zur Pflege von feuchtem Auengrünland ein. Heck-Rinder sind Abbildzüchtungen des 1627 ausgestorbenen Auerochsen. Bei Konik-Pferden handelt es sich um eine ursprüngliche Rasse, die vom europäischen Wildpferd, dem Tarpan, abstammt.

Die Tiere weiden in einem als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Auenabschnitt der Nidder zwischen Stockheim und Effolderbach. Das Projektgebiet war erst wenige Jahre zuvor im Zuge einer umfangreichen Opens internal link in current windowRenaturierung der Nidder samt der angrenzenden Aue umgestaltet worden.

Die Herde in der Nidderaue

Die dauerhaft eingezäunte Koppel hat eine Größe von 22 Hektar, bestehend aus Feuchtwiesen, wechselfeuchten Wiesen, einem kleinen Auwaldbereich sowie mehreren Gewässern. Hinzu kommen weitere acht Hektar Wiesenflächen, die der Winterfuttergewinnung dienen. Die Einrichtung der Beweidungsinfrastruktur wurde überwiegend durch Naturschutzgebiets-Pflegemittel des Landes Hessen finanziert.
Die Herde besteht inzwischen aus 15 Heckrindern plus Nachzucht und vier Koniks. Die robusten Tiere werden ganzjährig draußen gehalten, sie haben einen Unterstand als Witterungsschutz und eine Wasserstelle zur Verfügung. Seit Beginn der Maßnahme wurden schon zahlreiche Kälber und Fohlen geboren. Der Beweidungseffekt ist bisher sehr positiv.

In dem Gebiet wurde durch den Wetteraukreis ein EU-kofinanziertes Besucher-Informationskonzept umgesetzt, das umfangreiche Informationen und Beobachtungsmöglichkeiten in Form von Beobachtungsständen anbietet.

Wetteraukreis

Der Kreisausschuss

Landschaftspflegeverband Naturschutzfonds Wetterau e. v. Homburger Straße 17
61169 Friedberg

Ansprechpartner/in Ulla Heckert Telefon 06031 83-4308 Fax 06031 83-914308 E-Mail Ulla Heckert