Schäferberatung

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Schäfer Exkursion zum Thema "Herdenschutz"

 

Am 25. Oktober 2017 wurde im Rahmen der Gesamtbetrieblichen Biodiversitätsberatung eine Exkursion in den Großraum Stuttgart unternommen. Ziel waren Testbetriebe des Herdenschutzprojektes, das vom Landesschafzuchtverbandes Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem NABU durchgeführt wurde. Bei einer Laufzeit von 2015 bis 2017 wurden landesweit die Wirksamkeit und Praxistauglichkeit von Herdenschutzmaßnahmen vor dem Hinblick wiedereinwandernder Wölfe nach Baden-Württemberg erprobt. Zunächst wurde der Fokus dabei auf wolfssichere Zäune und Herdenschutzhunde gelegt.

Im Rahmen der Exkursion wurden den Schäfereibetrieben der Biodiversitätsberatung verschiedene getestete Zäune mit ihren Vor- und Nachteilen in der Anwendung erläutert sowie eine Schafherde mit Herdenschutzhunden besucht. Anette Wohlfarth, Geschäftsführerin des Landesschafzuchtverbandes, begleitete und moderierte die Exkursion mit einem ausführlichen Vortrag über Erfahrungen und Inhalte aus dem Projekt sowie Erläuterungen während der Vorführung der Herdenschutzmaßnahmen.

Ein vollständiger Herdenschutz könne mit den bisher zur Verfügung stehenden Mitteln und Maßnahmen nicht gewährleistet werden, resümierte sie das Projekt. Ihre Empfehlung an Schäfereien sei die Fokussierung auf geeignete, wolfssichere Zäune. Es habe jedoch keiner der sechs getesteten Zäune im Projekt zu 100% überzeugt. Der beste, bisher auf dem Markt zur Verfügung stehende Zaun sei der Turbomax High Energy 90 der Firma Horizont, dessen Prototyp eigens für das Projekt entwickelt wurde. Er charakterisiert sich durch folgende Eigenschaften:

  • 90 cm Höhe, 5,6 kg, 4 von 5 waagrechten Litzen stromführend

  • Steife Vertikalstreben, Bodenlitze spannungsfrei

  • Erste stromführende Litze in 20cm Höhe

  • Bis zu 10000 Volt Stromspannung möglich

  • Sehr leicht, gutes Handling

  • Hält Höhe gut, lässt sich gut abspannen

  • Lässt sich durch starre Vertikale schlechter aufrollen

 

Das Resümee des Projektes zum Einsatz von Herdenschutzhunden in Baden-Württemberg fiel ernüchternd aus. Landschafts- und Betriebsstruktur einiger Testbetriebe sind mit den Verhältnissen in Wetterau und Vogelsberg vergleichbar. Schlaggröße, insbesondere der Nachtpferche, und Struktur der Flächenkulisse beschränkten den Einsatz. Die Haltung von Herdenschutzhunden erzeugte bei den teilnehmenden hauptberuflichen Hütebetrieben zwischen 80 und 120 Minuten Mehrarbeit pro Tag. Die Integration in die Herde habe sich als fehleranfällig und aufwändig erwiesen. Zusätzlichen stellten sich viele ungeklärte rechtliche Fragen. Wohlfarth resümierte, dass Herdenschutzhunde unter den gegebenen Verhältnissen und Landschafts- und Betriebsstruktur nur jenen Schäfereien zu empfehlen seien, die persönliches Interesse an diesem Herdenschutzkonzept und der Arbeit mit diesen besonderen Hunderassen haben. Mit Blick auf den stark erhöhten Arbeits- und damit auch Kostenaufwand durch die Hunde seien sie nicht als pauschale Lösung für die Mehrheit der Betriebe geeignet.

Die Ergebnisse des Projektes sind in einer anschaulichen Broschüre sowie dem Abschlussbericht zusammengefasst, die auf der Homepage des Landesschafzuchtverbandes Baden-Württemberg zum Download bereitstehen:

 

Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.schaf-bw.de// - Informationen -  Download

veröffentlicht am: 19.12.2017

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