claim

Mehr Blühflächen für Insekten

Unser Bild zeigt von links Christian Sperling, Leiter des Fachbereichs Regionalentwicklung und Umwelt, Lothar Torau, Leiter des schulbe-trieblichen Bauhofs des Wetteraukreises, Jürgen Müller Fachbereich Bildung und Gebäudewirtschaft, Umweltdezernent Matt

Unser Bild zeigt von links Christian Sperling, Leiter des Fachbereichs Regionalentwicklung und Umwelt, Lothar Torau, Leiter des schulbe-trieblichen Bauhofs des Wetteraukreises, Jürgen Müller Fachbereich Bildung und Gebäudewirtschaft, Umweltdezernent Matthias Walther sowie Landrat Jan Weckler, Vorsitzender des Naturschutzfonds Wetterau.

Im Frühjahr letzten Jahres rückte das Verschwinden der Insekten auf die politische Agenda im Wetteraukreis. Alle Fraktionen beteiligten sich an einer Arbeits- und Expertengruppe, um im Wetteraukreis mehr für den Schutz der Insekten zu tun. Ein Arbeitsprogramm wurde verabschiedet und die Kreisverwaltung beauftragt, das Programm umzusetzen. Der Naturschutzfonds Wetterau unterstützt das Vorgehen des Kreises. Neben mehr Blühflächen auf kreiseigenen Flächen und in der Landwirtschaft war auch die Öffentlichkeitsarbeit ein wichtiger Baustein des Programmes. Nach einem Jahr der Arbeit zieht Umweltdezernent Matthias Walther eine erste Bilanz.

 Mehr Blütenreichtum an den Schulen

 „Mir ist die Verbesserung der naturschutzfachlichen Qualität der Grünflächen an unseren Schulen besonders wichtig, weil wir dort durch den Bauhof und die Hausmeister unterstützt werden. Hier hat sich mittlerweile eine gute Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen Regionalentwicklung und Umwelt einerseits und Bildung und Gebäudewirtschaft eingespielt“, betont Umweltdezernent Matthias Walther.

 Nach einer ersten Analyse wurden die Flächen in Angriff genommen, die leicht und kurzfristig durch geänderte Bewirtschaftung oder Einsaaten insektenfreundlicher zu gestalten sind. Inzwischen haben 28 Schulen ihr Interesse bekundet, Maßnahmen zum Insektenschutz umzusetzen. Zunächst werden im Frühjahr Flächen an zehn Schulen konkret in Angriff genommen. Wegen der intensiven Baumaßnahmen an Schulen im Wetteraukreis werden an einigen Schulen zudem nach den Baumaßnahmen artenreiche Neuansaaten durch den Wetteraukreis erfolgen. Die Flächen müssen zunächst umgebrochen und ein feinkrümeliges Erdbett hergestellt werden. Hierfür wurde vom Wetteraukreis eine neue Maschine angeschafft, auch ein Zeichen dafür, dass sich der Kreis intensiver mit dem Thema Herstellung von Blühflächen beschäftigen will. Nach der Bodenvorbereitung sollen die Flächen mit regionalem hochwertigem Saatgut eingesät werden. Zur Finanzierung des Saatgutes wurde ein Antrag beim Umweltministerium für die Bereitstellung von Mitteln aus der Umweltlotterie GENAU gestellt.

Blühende Wege und Raine

 Im Vorfeld des Insektenschutzprogrammes gab es intensive Gespräche zwischen Landwirtschaft, Naturschutzfonds und dem Fachdienst Landwirtschaft. Da die Landwirte schon selbsttätig teilweise mit und ohne Förderung Blühflächen anlegen und hier die Wetterau schon viele Hektar an solchen Flächen aufweist, wurden im wahrsten Sinne des Wortes neue Wege für besonders hochwertige Flächen gesucht. Durch eine besondere Förderung im Rahmen der Feldflurprojekte des Hessischen Umweltministeriums wurden in mehreren Gemarkungen (u.a. Reichelsheim, Echzell, Wölfersheim und Friedberg) insgesamt fünf Hektar wenig genutzte und artenarme Grasfeldwege und ca. sieben Hektar Feldraine nach entsprechender Bodenbearbeitung mit blütenreichem Regiosaatgut eingesät. Neben Wegen und Rainen wurden im Rahmen des Feldflurprojektes auch Maßnahmen auf Biobetrieben umgesetzt, die für mehr Blütenreichtum sorgen sollen und im Rahmen der Ökomodellregion Wetterau entwickelt wurden.

 Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerinformation

 Zur besonderen Bewerbung der Aktionen wurde ein spezielles Logo unter dem Motto „Artenreiche Insektenwelt – Hier summt alles“ entwickelt, das sich auf allen Infoschildern wiederfindet. Alle neu eingesäten Flächen werden mit Infoschildern zur Information bestückt. Die Bildungsangebote der Dienststellen des Fachbereiches wurden intensiviert. So wurde zum Beispiel ein gut besuchter Vortrag im Rahmen der Biowoche 2018 angeboten und das Thema „Insektenschutz im Wetteraukreis“ auf dem Hessischen Naturschutztag präsentiert. Eine Veranstaltung zur naturschutzgerechten und insektenfreundlichen Bewirtschaftung des Grünlandes wurde ebenfalls durchgeführt.

 Kampagne „Artenreiche Blumenwiesen“

 Gemeinsam mit dem NABU-Kreisverband Wetterau und dem Naturschutzfonds Wetterau soll im Herbst eine Veranstaltung für die Kommunen, Schulen und ihre Bauhöfe und Hausmeister umgesetzt werden. Der NABU wird im Rahmen seiner Kampagne „Artenreiche Blumenwiesen“ ebenfalls ein Bildungsangebot für die Schulen erarbeiten, die Blühflächen angelegt haben. Weiterhin werden die Rückmeldungen der Schulen intensiv ausgewertet. Neben Flächen an Schulen sollen auch die Flächen entlang der Kreisstraßen besonders betrachtet und zukünftig auf eine insektenfreundliche Bewirtschaftung geachtet werden.

 Insgesamt zeigt sich Naturschutzdezernent Matthias Walther von den eingeleiteten Maßnahmen überzeugt: „Wichtig ist auch, dass wir diese Maßnahmen nicht über kurzfristige und häufig wenig nachhaltige Projekte umsetzen, sondern der Insektenschutz auf vielfältige Weise in verschiedenen Handlungsfeldern in die Alltagsarbeit integriert wird. Und dies gelingt momentan.“

veröffentlicht am: 01.04.2019

Wetteraukreis

Der Kreisausschuss

Europaplatz 61169 Friedberg
Telefon 06031 83 0