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starkes Netzwerk - sieben Landschaftspflegeverbände in Hessen

(v.l.n.r.) Es tauschten sich aus: Bernd Blümlein (DVL), Jutta Katz (HMUKLV), Sonja Kraft (LPV Rheingau-Taunus), Babara Fiselius (LPV Main Kinzig), Fabian Kern (HMUKLV), Babara Helling (LPV Main-Taunus), Günter Schwab (LPV Lahn-Dill-Kreis) und Ingrid Moser (LPV Gießen) mit Franka Hensen und Dr. Burkhard Olberts vom Naturschutzfonds Wetterau e.V. (LPV Wetteraukreis).

Die Anzahl der Landschaftspflegeverbände in Hessen steigt langsam aber stetig. Zu den bereits verwurzelten und erfahrenen Landschaftspflegeverbänden in Hessen, die wie zum Beispiel der Naturschutzfonds Wetterau e.V. bereits seit rund 30 Jahren ihr Engagement und Fachwissen in Punkt Landschaftspflege einsetzen, gibt es nun zwei Neue in der hessischen Runde.

Jährlich treffen sich die MitarbeiterInnen von hessischen Landschaftspflegeverbänden (LPV) zu einem organisatorisch-fachlichen Erfahrungsaustausch. Die letzte Sitzung fand dieser Tage bei der Landschaftspflegvereinigung Gießen in Hungen statt. Der Naturschutzfonds Wetterau e.V. war gleich doppelt vertreten. Der langjährige Geschäftsführer Dr. Burkhard Olberts stellte den Kollegen seine neue Mitarbeiterin Franka Hensen vor. Hensen, seit April des Jahres beim Naturschutzfonds tätig, legte den KollegenInnen ihre Aufgaben- und Verantwortungsbereiche dar.

Neben den VertreterInnen aus Main-Kinzig-, Main-Taunus-, Rheingau-Taunus-, Lahn-Dill-Kreis, Kreis Gießen und dem Wetteraukreis waren auch Frau Jutta Katz und Herr Fabian Kern vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie Bernd Blümlein, stellvertretender Geschäftsführer des Deutschen Verbands für Landschaftspflege (DVL) aus Bayern, angereist.

Nicht dabei war der siebte LPV im Bunde, der Landschaftspflegeverband Waldeck-Frankenberg. Der LPV befindet sich noch mitten in der Gründungsphase, wird dabei jedoch tatkräftig von den anderen LPV unterstützt. Noch ist der Landschaftspflegeverband im Kreis Waldeck-Frankenberg, der erst Ende des letzten Jahres gegründet wurde, nicht Mitglied im DVL (www.LPV.de).

Der DVL ist der Dachverband der deutschen Landschaftspflegeverbände, der die rund 170 Mitgliedsvereine betreut, unterstützt und auch bei der Neugründung erste Anlaufstelle ist. Darüber hinaus hat er sich zu einer Interessenvertretung seiner Mitglieder auf Landes- und Bundesebene etabliert.

Die besprochenen Themen des letzten Austausches umfassten insbesondere die Umsetzung der Pilotprojekte zum Thema Öffnet externen Link in neuem FensterNATURA 2000-Management in den drei ausgewählten Landkreisen Lahn-Dill, Wetterau und Waldeck Frankenberg. Die Berichte brachten dabei die Vielfalt und die sich daraus ergebenden unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkte in der Landschaftspflege zum Ausdruck. Die anwesenden Ministeriumsvertreter ließen erkennen, dass sie mit den bisherigen Arbeitsfortschritten sehr zufrieden waren.

Im Wetteraukreis liegt der Schwerpunkt des Pilotprojektes bei der Optimierung einer extensiven Grünlandbewirtschaftung. Im Zuge des Vorhabens sollen im Wetteraukreis in den kommenden zwei Jahren Konzepte für Grünlandflächen ausgearbeitet und etabliert werden.

Eine Zielsetzung des Projektes ist die Generierung (neuer) nachhaltig bewirtschafteter Grünlandflächen. Diese zeichnen sich durch ein hohes Potential an Refugien zum Beispiel für wiesenbrütende Vögel und Insekten aus. Im Fokus steht insbesondere der Schutz des Großen Brachvogels, der Bekassine, der Grauammer, des Kiebitzes, der Uferschnepfe und des Rebhuhns. Die Hauptverbreitung dieser Arten und Lebensräume findet sich im unteren Horlofftal und im mittleren Niddatal. Ebendiese stellen daher einen bedeutenden Teil des Projektgebiets dar. Überdies umfasst es auch angrenzende Vogelschutzgebietsflächen sowie Ackerbaugebiete abseits der Auen. Um eine Optimierungen bei den Maßnahmenumsetzungen zu erreichen, gilt es möglichst viele Akteure unterschiedlicher Disziplinen mit einzubeziehen. Neben dem Landschaftspflegeverband Naturschutzfonds Wetterau e.V. und der Kreisverwaltung werden daher auch Landwirte und Naturschützer intensiv in die Umsetzung des Projektes mit eingebunden.

Im Rahmen der Sitzung des Arbeitskreises der Hessischen Landschaftspflegeverbände sprachen die Anwesenden perspektivisch auch über die Gründung neuer Landschaftspflegeverbände in Hessen. Aus verschiedenen Landkreisen kamen erfreulicherweise in letzter Zeit Anfragen nach entsprechenden Informationen und Unterlagen. Es herrschte eine große Übereinstimmung unter den Anwesenden, dass diese Entwicklung unbedingt unterstützt werden muss. Gerade in Nordhessen und ganz im Süden unseres Bundeslandes sind auf der LPV-Verteilungskarte noch große weiße Flächen zu sehen, die nach und nach gefüllt werden sollten. Gefragt ist hier auch das Land Hessen, ohne dessen finanzielle Unterstützung Neugründungen nur schwer umsetzbar sind.

veröffentlicht am: 12.07.2018

Wetteraukreis

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