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Bleichenbachtal: Naturschutzfonds will wertvolle Flächen auf Dauer sichern

Wacholder und wunderschön blühende Besenheide (lila) schaffen einen Flair von „Lüneburger Heide“ in unserer Heimat, der ohne Schafe nicht denkbar wäre.

Wacholder und wunderschön blühende Besenheide (lila) schaffen einen Flair von „Lüneburger Heide“ in unserer Heimat, der ohne Schafe nicht denkbar wäre.

Im Bleichenbachtal sollen wert-volle Naturschutzflächen auf Dauer gesichert werden. Wichtige Hilfe für dieses Ziel sind Schafe, die Magerrasenflächen kurz halten und vor Verbuschung schützen. Weil der langjährige Schäfer seinen Betrieb aufgibt suchen jetzt er Naturschutzfonds Wetterau, die Stadt Ortenberg und ehrenamtliche Naturschützer nach einer Lösung.

Spricht man mit Ortenbergern, so ist das historische  Bild der Stadt und Umgebung von Kindheitserinnerungen geprägt die eines gemein haben: die Hutung der Flächen durch eine Schafherde.

Rund um Bergheim sind vor allem durch die jahrhundertelange Schafbeweidung ganz besonders natur-schutzfachlich wertvolle Flächen entstanden, weshalb das Bleichenbachtal als Naturschutzgebiet  (NSG) aus-gewiesen wurde, der Geißberg mit der Bergheimer Heide als FFH-Gebiet („Fauna-Flora-Habitat“).

Akteure vor Ort setzen sich ein

Viele Akteure vor Ort, und im gesamten Wetteraukreis, kümmern sich seit Jahren, zum Teil seit Jahrzehnten, um den Erhalt der seltenen Lebensräume.

Das NSG Bleichenbachtal ist sehr vielfältig: Das Tal mit naturnahem Bach, extensiv bewirtschaftetem Grünland und Feuchtflächen, der Hangbereich mit Streuobst und Magerrasenbereichen, untergliedert durch Gehölzstrukturen ist ein vielfältiger Lebensraum für Eisvogel, Rotmilan und verschiedene Fledermausarten, wie auch für Schlingnatter und Zauneidechse.

Das FFH-Gebiet Geißberg, beiderseits der Straße nach Ortenberg, ist geprägt von blütenreichen Magerrasen, die eine außergewöhnliche Wertigkeit für Schmetterlinge haben. Der nördliche Teil, die Bergheimer Heide, be-herbergt außerdem mit der Herbst-Wendelähre eine seltene Orchidee, der Südhang ist ein artenreicher Borstgrasrasen mit eingestreuten Heideflächen. Dazwischen liegen extensive Weideflächen und mittendrin eine Streuobstwiese.

Nun muss der langjährige Schäfer aus betrieblichen Gründen die Bewirtschaftung der Flächen um Bergheim zum Mai 2020 einstellen. Der Naturschutzfonds Wette-rau e.V., versucht im Rahmen der gesamtbetrieblichen Biodiversitäts-Schäfereiberatung, gemeinsam mit der Stadt Ortenberg und weiteren Mitstreitern wie dem Wetteraukreis, die naturschutzgerechte Nutzung dieser Flächen langfristig zu sichern.

Jungschäfer mit Perspektive

„Alle sind sich einig – die Flächen sollen unbedingt weiterhin mit Schafen beweidet werden“, so Landrat Jan Weckler, Vorsitzender des Landschaftspflegeverbandes Naturschutzfonds Wetterau e.V..

Zwei Junglandwirte aus der Region, die bereits seit vielen Jahren Schafe halten, haben sich bereit erklärt, die Pflege der Flächen zu gewährleisten. Wolfgang Wagner vom Büro PlanWerk erstellt im Rahmen der Biodiversitäts-Schäfereiberatung nach naturschutzfachlichen Gesichtspunkten die Gebiets-kulissen für die Jungschäfer.

Flächen für die Schafhaltung gesucht

Von besonderer Bedeutung für die Schäfer ist, dass Ihnen neben den meist mageren, nur durch Weidehal-tung nutzbare Naturschutzflächen noch weitere Grund-stücke zur Verfügung stehen: mähbare Flächen mit hö-herem Futterwert, auf denen Heu für den Winter ge-worben werden kann, Winterweideflächen und Tritt-stein-Flächen auf dem Weg von Weide zu Weide. Die gesamtbetriebliche Biodiversitäts-Schäfereiberatung und die Stadt Ortenberg unterstützen daher die Suche nach weiteren Flächen, um die Schafhaltung rund um Bergheim langfristig zu erhalten.

Stadt Ortenberg bittet Eigentümer

Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring bittet Flächen-eigentümer im Gebiet Bergheimer um Ihre Unterstützung. „Sie sind Eigentümer einer Fläche? Sie möchten Ihre Fläche in den Dienst des Naturschutzes stellen?

Dann wenden Sie sich an die Stadtverwaltung Ortenberg unter Angaben des Flurstückes (Gemarkung, Flur, Flurstück).

Ansprechpartnerin ist Bärbel Kraft, Stadtverwaltung Ortenberg

Lauterbacher Straße 2; 63683 Ortenberg

Telefon: 06046/800033 oder b.kraft@Ortenberg.net

veröffentlicht am: 08.04.2020

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